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Der Körper als Instrument

Über eine für Musiker besonders geeignete Bewegungstherapie
von Andrea I. Höll


Mit Hingabe schenkt das Publikum dem Salzburger Mozarteumorchester Gehör und Aufmerksamkeit, wenn das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester von Mozart zum Besten gegeben wird. In den Sitzreihen ist man von so viel Können beeindruckt und geht zufrieden nach Hause. Das weiß auch der Laie: Dazu braucht es viel Talent und viele, viele Übungsstunden. Mit wie viel Schmerzen so mancher Musiker, insbesondere der Orchestermusiker, hingegen seiner Profession und Leidenschaft nachgeht, ist jedoch wenigen bekannt. Ein Grund dafür ist die andauernde außergewöhnliche feinmotorische Belastung einzelner Körperteile, wie etwa der Fingergelenke. Ein weiterer Grund ist ein falsch eingelerntes und schlussendlich krank machendes Bewegungsverhalten.

Damit gemeint ist, wenn dadurch beispielsweise die einzelne Streichbewegung und somit Kraftübertragung im Handgelenk (oder auch wo anders) stecken bleibt und schließlich nicht nur den Musiker, sondern auch das Ergebnis seiner Bemühungen blockiert.
Denn wahre Musiker beschränken sich nicht nur auf ihr Instrument, bei ihnen wird der gesamte Körper zur Harfe, Geige oder zu Drums.

Musik aus der Körpermitte

Ein offenes Geheimnis, wie blockiertes Musizieren aufgelöst werden kann, ist im Gegenteil der (An-Spannung, nämlich in der Ent-Spannung zu finden. Das gelingt durch Lockerlassen und Bewegung; Bewegung einerseits als Ausgleich für die einseitige Belastung genauso wie ein grundsätzliches Musizieren aus der Bewegung und aus der Mitte heraus. Wer beispielsweise die berühmte Geigerin Anne Sophie Mutter schon erlebt hat, wie sie sozusagen über die Tribüne fliegt, weiß, was damit gemeint ist.

Ingeborg Weber, freischaffende Harfinistin und Musiklehrerin aus Adnet bei Salzburg: "Viele Musiker, vor allem die Anfänger glauben, es genügt, wenn ihre Finger beweglich werden und vielleicht noch die Schulter entspannt ist. Das ist aber nicht genug. Der Unterschied ist signifikant zu hören und auch zu sehen, wenn jemand aus seiner Mitte heraus musiziert. Ist jetzt beispielsweise auch nur der kleine Zeh verkrampft, dann kann eine schwierige Passage gleich ganz anders rüberkommen." Für die Kammermusikerin, sie spielte auch schon für das Mozarteumorchester und die Salzburger Kulturvereinigung, war es ein mehrjähriger Lernprozess, um zu verstehen und vor allem zu verändern, wenn bei gewissen Passagen eben weder Finger noch Harfe daran schuld sind, dass diese nicht leicht und locker, sondern dumpf rüberkommen. "Denn es lag ja immer an mir, weil ich irgendwo im Körper blockierte, sobald es anspruchsvoll wurde." Äußerst hilfreich dabei war ihr und ihren Schülern das Anwenden von Übungen aus einer neuen Bewegungstherapie, nämlich der NOWO BALANCE®. Gute Bewegungstherapien - von TaiChi, QiGong über Feldenkrais und Yoga bis hin zur Spiral-Dynamik - gibt es heute viele.

Den meisten davon ist der asiatische Ursprung gemein, der ein grundsätzliches Denken in Richtung Zentrierung und Körperharmonie voraussetzt. Aber gerade das ist es, was dem Europäer so gar nicht (mehr) in die Wiege gelegt ist. Die Nowo- Balance sticht mit erstaunlichen Heilerfolgen und vor allem mit dem Angebot von Hilfe zur Selbsthilfe heraus. Hinzu kommt, dass diese Therapie auf den Beobachtungen eines deutschen Musikers und Artisten beruht, der den anderen Zugang - nämlich den eines westlichen Menschen zu seiner verloren gegangenen Körperharmonie - mit berücksichtigt.

Im Wort "Nowo Balance" steckt auch das Wort "neu", ursprünglicher Namensspender ist jedoch der Entdecker der Balancetherapie, Franz Nowotny (1904 bis 1964). Er lebte in München und war zunächst Musiker und Artist und hatte durch letztere Profession ein ausgeprägtes natürliches Balancegefühl. Er konnte beobachten, wie Fehlbewegungen und Fehlhaltungen seinen Berufskollegen und Nichtartisten schadeten, ja sie sogar gesundheitlich ruinierten. Daraufhin beschäftigte er sich intensiv mit verschiedenen Bewegungskonzepten, wurde Heilpraktiker und behandelte später mit großem Erfolg - unter anderem in Zusammenarbeit mit einem Arzt und Psychotherapeuten - in eigener Praxis und verschiedenen Kliniken. Sein Ziel war, fehlerhafte und gestörte Bewegungsabläufe, die wiederum organische Veränderungen und Bewegungseinschränkungen bewirkten, Schritt für Schritt und sanft zu verändern, um dadurch die verloren gegangene Balance wieder herzustellen.

Da, wo der Mensch aus seinem Gleichgewicht, also aus der Körper-Geist-Seele-Einheit herausgefallen ist, lernt er mit Nowo Balance wieder das, was einem östlichen Menschen und den Naturvölkern selbstverständlich ist, nämlich dass Bewegung immer im Dialog mit dem Raum, mit dem Untergrund, der Natur, dem Partner erfolgt; dass das Rückgrat der Mittelpunkt jeder ganzheitlichen Bewegung ist; und dass jede Bewegung ihren Ansatz aus der Körpermitte nimmt.
Balance ist Bewegung aus der Mitte und eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit und kann über die Schaffung eines Spannungsgleichgewichts erreicht werden. Christiane May-Ropers, die Leiterin des Internationalen Nowo Balance-Institutes in Kreuth am Tegernsee (D), Fachärztin für physikalische und rehabilitative Medizin und Naturheilverfahren, erklärt es folgendermaßen: "Bewegungsabläufe entstehen immer durch das Zusammenwirken von Nervenimpulsen, Krafteinsatz und Muskeldynamik. Jeder Bewegungsablauf pflanzt sich im ganzen Körper fort, genauso wie jede Zelle im gesamten Organismus in gesunden und kranken Geweben an pathologischen wie heilen Prozessen teilnimmt. Deshalb ist eine Bewegung dann ausgewogen und ökonomisch, wenn der ganze Körper in diese Bewegung mit einbezogen wird und ein rhythmischer Ablauf entsteht. In der aufrechten Haltung liegt der Schwerpunkt in der Körpermitte. Dadurch ist ein freies Muskelspiel möglich. Becken, Knie- und Fußgelenke sind gelöst und auch die Wirbelsäule hat freien Bewegungsspielraum. Durch unsere Mitte geht bei aufrechter Haltung die senkrechte Körperachse. Wenn man nun von der Mitte des Kopfes ausgeht und vom Ohrläppchen über den Fußknöchel einen 90-Grad-Winkel zum Boden bilden kann, dann befindet sich der Mensch in Balance. Durch das Abweichen von der senkrechten Körperachse hingegen gerät der Körper in eine Vor- und Rücklage.
Das bewirkt eine chronisch verspannte Muskulatur mit erhöhtem Energieverbrauch, weil eine Fehlhaltung einen vermehrten Krafteinsatz erfordert. Natürliche Bewegungsabläufe und ein sicheres Balancegefühl sind der erwachsenen zivilisierten Menschheit jedoch vielfach abhanden gekommen, weil sie zunehmend kopf- und leistungsorientiert ist und Bewegung als lebensgestaltendes Element - im Gegensatz zu den Naturvölkern - in den Hintergrund getreten ist.

Auf die Musik übertragen gilt ja dasselbe: Wenn man z. B. eine Geige stimmt und eine Saite zu stark spannt, wird sie reißen, und im umgekehrten Fall, der Entspannung, wird man keinen Ton erzeugen können. Es kommt also auf die Stimmungs-Balance, auf das optimale Spannungsgleichgewicht an. Dieses Ziel gilt gleichermaßen für den menschlichen Körper, das schönste göttliche Instrument. Letztlich soll jeder Mensch dahin kommen, sein eingenverantwortlicher dauerhafter Instrumentenstimmer zu werden."

Viele Indikationen
Dr. May-Ropers war viele Jahre leitende Ärztin und Geschäftsführerin einer traditionsreichen Privatklinik für integrative Medizin am Tegernsee - in der vierten Familiengeneration von Ärzten. Im Rahmen ihrer langjährigen Ausbildung und Erfahrung arbeitete sie u. a. auch in Tibet, Nepal, Indien, Thailand und USA. Heute ist sie in privater Praxis tätig und leitet das Internationale Nowo Balance-Institut in Kreuth, wo sie diese Therapie so weiterentwickelte, dass nun Ausbildungsstandards vorliegen, nach denen weltweit Seminare für Therapeuten und medizinische Berufe abgehalten werden. Sie hält seit vielen Jahren weltweit Seminare und Workshops mit den Schwerpunkten Energie- und Ernährungsmedizin und ist Autorin diverser Bücher und Videofilme. Ihr 1996 erschienenes Buch "Nie wieder sauer - Die Säuren-Basen-Balance" war zeitweise auf der Sachbuch-Bestseller-Liste.

Besonders bewährt hat sich die Bewegungstherapie bei Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Berufsgruppen mit außergewöhnlicher feinmotorischer Belastung, wie sie etwa bei Musikern vorkommen. Auch bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates (z. B. Hüftarthrose, Bandscheibenleiden usw.), nach Unfallfolgen und Operationen am Bewegungsapparat mit Mehrfachverletzungen und psychischer Schock-Symptomatik, neurologische Erkrankungen wie Muskeldystrophien, Myositis, schlaffen und spastischen Lähmungen und bei psychischen Erkrankungen, die sich am Bewegungsapparat auswirken, hat die noch junge Bewegungstherapie beachtliche Erfolge aufzuweisen, die weit über die körperliche Ebene hinausgehen.

Im GZW in Wien, dem größten europäischen Geriatriezentrum, gibt es z. B. durch hauseigene Initiative für die behandelnden Therapeuten eine nun schon fünf Jahre andauernde NOWO-Fortbildungsreihe. In verschiedenen Projektarbeiten des GZW wurde die Effizienz der Therapie, die Auswirkungen sowohl auf Patienten als auch auf Therapeuten untersucht und liegt als eindrucksvolles Ergebnis vor. Aus dem Protokoll: "Die leistungsbezogene Aktivität, die Extraversion und das allgemeine Wohlbehagen haben sich signifikant gebessert. Im Gegensatz dazu sind die allgemeine Deaktivität, die emotionale Gereiztheit sowie Angst und Deprimiertheit signifikant zurückgegangen . . ."

In langjähriger Entwicklungsarbeit mit praktischer Erprobung hat Dr. May-Ropers einen einzigartigen Hocker entwickelt, den der weltberühmte Geiger Lord Yehudi Menuhin als höchst innovative Idee betrachtete und seinen Namen dafür gegeben hat: den Yehudi-Menuhin-Hocker. Durch dessen Spezialkonstruktion - sie ist von der Idee des uralten Melkschemels abgeleitet - folgt dessen Sitzfläche allen dreidimensionalen Bewegungen, sodass ein Bewegungsfreiraum in fast alle Richtungen möglich wird. Dadurch wiederum entsteht ein stetiger Wechsel zwischen Be- und Entlastung der Bandscheiben. Diese werden durch die dynamische Druckverteilung besser versorgt und nicht unnötig und vor allem langzeitig degenerativ belastet.
Menuhin empfahl den Hocker vor allem für Orchestermusiker, die meist mit großen Rückenproblemen zu kämpfen haben. Positiv unterstützende Wirkungen hat der Balance-Hocker naturgemäß insbesondere auf Menschen, die beruflich viel sitzen müssen.

Lebendiges Gleichgewicht
Kranke wie auch gesunde Menschen können in sehr einfachen Übungen erfahren, dass die Gesundheit ein lebendiges Gleichgewicht und gleichzeitig ein dynamischer Prozess ist. Rhythmus, Diagonale, Kraft und die durchlaufende Bewegung sind die Grundelemente der Bewegung im Gleichgewicht.
Um unseren Körper, unsere Gelenke beweglicher zu machen und zu öffnen, ist es die natürlichste Sache der Welt, das durch den Einsatz des eigenen Körpergewichts zu tun. So pendelt z. B. der Arm frei herab, gezogen vom Sog der Schwerkraft. Bei einer Drehung des ganzen Körpers auf der Stelle pendelt und schwingt er einfach mit. Wird er hingegen durch Verspannungen und Festhalten im Oberarm und Schultergürtel blockiert, dann führt wiederum eine wiederholte Drehbewegung von den Füßen aus zur schrittweisen Lösung der Blockaden.
Die Nowo Balance bietet Einzelberatung, Ausbildung für Therapeuten genauso wie Seminare für interessierte Laien an. So gibt es z. B. auch Spezialseminare für Musiker.

Kontaktadressen:
Internationales NOWO BALANCE® Institut
Dr. Christiane May-Ropers
Thomas-Baumgartner-Weg 12
D-83708 Kreuth/Tegernsee
Telefon ++49 (0) 80 29/999 88
Fax ++49 (0) 80 29/99 89 44
www.nowobalance.de
MAYBALANCE@aol.com
In Österreich (in D ist die Zentrale):
NOWO BALANCE Sekretariat
c/o CC&A Agency
Bergstraße 22/II-19
A-5020 Salzburg
Telefon ++43 (0) 662/87 45 37
Fax ++43 (0) 662/87 45 37/30 DW
E-Mail cca@cc-a.at

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